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„Es muss nicht immer der eigene Weg sein"

10. Januar 2020

„Es muss nicht immer der eigene Weg sein"

Interview mit Marion Karden zum Thema Diversität

Marion Karden, Head of New Business Development, ist seit 28 Jahren bei Klüber Lubrication und bereits seit 18 Jahren Führungskraft. Sie ist überzeugt: Das Thema Diversität birgt Chancen für jeden Einzelnen und das Unternehmen.

Was bedeutet Diversität für Sie als Führungskraft?

Ich finde das Thema generell sehr spannend. Ich habe festgestellt, dass Kollegen aus unterschiedlichen Regionen ganz verschiedene Stärken und Kompetenzen mitbringen. Wichtig ist, genau diese zu fördern und zu schauen, wie sich Kollegen innerhalb eines Teams ergänzen. So profitieren am Ende alle.

Gibt es für Diversität ein Erfolgsrezept?

Am Ende sind aus meiner Sicht Offenheit und Intuition die wichtigsten Voraussetzungen. Davon ziehe auch ich als Führungskraft Nutzen. Denn durch den Austausch mit Kollegen lerne ich ganz neue Herangehensweisen kennen, die ich dann wieder weitergebe.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen, wo uns dies nutzen kann?

Wir Deutschen neigen dazu, Dinge übertrieben perfektionieren zu wollen. Neuere Ansätze im Innovationsmanagement gehen genau in die andere Richtung. Ein viel pragmatischeres Denken, wie es zum Beispiel unsere amerikanischen Kollegen an den Tag legen, würde uns sehr helfen. Es muss nicht immer der eigene Weg sein.

Welche Rolle hat Diversität bei der Zusammensetzung Ihrer Teams gespielt?

Ich hatte glücklicherweise die Möglichkeit, viele Leute ins Unternehmen zu holen. Dabei habe ich immer nach der Vielfalt der Kompetenzen und Charaktere gesucht. Heute macht es mich unglaublich froh und stolz zu sehen, dass ein spanischer Kollege für Klüber Lubrication in den USA arbeitet und ein französischer für uns in China tätig gewesen ist, die beide aus meiner Abteilung stammen.

Wie schlägt sich denn Klüber Lubrication in Sachen Diversität?

Der Austausch zwischen unseren Tochtergesellschaften funktioniert sehr gut. Auch die Möglichkeit, für das Unternehmen ins Ausland zu gehen, stärkt den kulturellen Austausch enorm. Und was das Thema Gender Diversity betrifft, sind wir auf einem guten Weg. Wir dürfen dabei nicht vergessen: Der Großteil der Positionen bei Klüber Lubrication sind traditionelle Männerberufe. Da dauert es eben auch etwas länger, eine Balance zu erreichen.

Wie wurden Sie denn bei Klüber Lubrication aufgenommen?

Sehr gut. Ich habe nie darüber nachgedacht, ob mein Geschlecht für irgendjemanden im Unternehmen eine Rolle gespielt hat. Ich wurde von meinen männlichen Kollegen immer fair und respektvoll behandelt. Ich habe alle Chancen erhalten, verschiedene Positionen bekleidet und bin Führungskraft geworden.

Wie können dann mehr Frauen Ihren Weg einschlagen?

Bei Klüber Lubrication, behaupte ich, ist alles möglich. Man muss vor allem die Bereitschaft und die Persönlichkeit mitbringen, etwas gestalten zu wollen. Die hatte ich – sowohl was die Auswahl meines Teams als auch die Definition meines Verantwortungsbereichs betrifft.

Was können Sie anderen Frauen mit auf den Weg geben?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man sich traut. Natürlich ist das nicht immer einfach. Deshalb planen wir am Standort in München auch, ein Frauen-Netzwerk und Mentoring-Programm aufzubauen. Es soll Frauen die Möglichkeit geben, sich auszutauschen und Vorbilder zu finden.

Diversität ist natürlich viel mehr als das Thema „Frauen in Führungspositionen“. Was nehmen Sie für sich aus der aktuellen Debatte mit?

Letztlich verstehe ich das Thema als Kulturwandel. Jeder sollte sich die Frage stellen: Will ich Teil dieses Wandels sein? Denn Vielfalt zeigt sich immer dann, wenn Menschen Fähigkeiten mitbringen, die von der Norm abweichen. Um Diversität letztlich zu leben, müssen wir bereit sein, dazuzulernen. Da müssen wir uns öffnen und Vielfalt als Chance verstehen – für uns selbst und das Unternehmen.

Eine wichtige Voraussetzung muss für Marion Karden erfüllt sein, um Diversität zu leben: „Wir müssen bereit sein, dazuzulernen.“