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Trennmittel für Strangpressen

19. Januar 2017

Trennmittel für Strangpressen

Evolution und Alternativen zu Bornitrid

Von Stefan Ott, Market Manager Metal Industry, Klüber Lubrication München

Hersteller von Aluminiumprofilen sind in ihren Produktionsbetrieben auf diverse Hilfsstoffe angewiesen. Klüber Lubrication bietet diesen hierfür ein Produktportfolio an Trenn- und Schmierstoffen, welches kontinuierlich den Bedürfnissen von Strangpressenbetreibern angepasst wird.

Eine der wichtigsten Anwendungen ist die sogenannte „Stempel-Bolzen-Schmierung“. Dabei steht die Trennwirkung zwischen dem vorgeheizten Rohling („Pressbolzen“) und dem Presstempel im Vordergrund, die Schmierwirkung wird im Prinzip nur für Mikrobewegungen im Kontaktbereich benötigt.

Von Graphitfett zu Bornitrid

Historisch kamen hierfür über Jahrzehnte Graphitfette als „rustikale“ Lösung zum Einsatz, die sich vereinzelt immer noch finden. Nachteilig sind dabei hohe Verbräuche und die damit verbundene Kontamination der Maschinenperipherie.

Etwas fortschrittlicher, wenngleich auch schon in die Jahre gekommen, sind sogenannte „Graphitkerzen“, Festschmierstoff-Sticks auf Wachsbasis mit Öl und Graphit zum Aufschmelzen auf den Bolzen, oder Graphitsuspensionen, die auf die Kontaktfläche gesprüht werden.

Seit etwa 20 Jahren hat sich auch Bornitrid in Pulverform gut am Markt etabliert, womit der Mengenverbrauch insgesamt deutlich niedriger liegt. Bei dessen Anwendung ist eine elektrostatische Aufladung bei der Aufbringung erforderlich, damit das Pulver gleichmäßig auf der Oberfläche haftet. Bei neuen Pressen ist oftmals ein solches elektrostatisches Pulverbeschichtungsgerät werksseitig im Lieferumfang oder als Option erhältlich. Des Weiteren sind in den letzten Jahren auch Tendenzen und ausdrückliche Kundenwünsche zu hellfarbigen, wässrigen Trennmedien zu beobachten. Die meisten derartigen, auf dem Markt bereits erhältlichen Produkte basieren auf technischen Salzen oder Bornitrid als Wirkstoff.

Es muss nicht immer Bornitrid sein

Klüber Lubrication verfügt über ein gewachsenes Portfolio der beschriebenen „konventionellen“ Produkte, fokussiert sich seit einigen Jahren jedoch auf eine Pulvervariante, die sich allerdings in ihrer chemischen Zusammensetzung grundlegend von jenen unterscheidet. Es handelt sich dabei um eine ausgewählte Mischung aus Phosphaten und Silikaten. Dieses Pulver ermöglicht Verbrauchsreduzierungen und stellt eine Alternative zu Bornitrid dar. Es ist in gleicher Weise elektrostatisch applizierbar und preislich wettbewerbsfähig.

Klüber Lubrication entwickelt derzeit auch eine wässrige Version dieses Pulvers. Interessierten Strangpressbetrieben bieten wir gerne an, begleitete Anwendungsstudien nach Absprache gemeinsam durchzuführen. Bei Interesse bitte E-Mail an: Alu-extrusion@klueber.com

Strangpressen: ein weitverbreiteter Prozess

Strangpressen ist ein weitverbreiteter Prozess der Massivumformung: Der Pressbolzen wird, je nach Legierung, auf eine Temperatur zwischen 450° und 500°C erwärmt, bei der das Aluminium plastisch verformbar wird. Der Pressbolzen wird mittels eines Stempels mit hydraulisch erzeugtem Druck (die größten Pressen arbeiten mit 150 MN) auf einer Seite in das Werkzeug geschoben und dadurch auf der anderen Seite durch die Matrize gepresst, welche dem Profil die gewünschte Form gibt. Das Trennmittel ist erforderlich, damit der Aluminium-Bolzen nicht mit dem Stempel verschweißt.