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Symbiose von Technik und Natur

28. Juni 2012

Symbiose von Technik und Natur

Das niederländische Oosterschelde-Sturmflutwehr wird 25.

Neun Kilometer lang, 62 gigantische Einzelwehre, 124 turmhohe hydraulische Zylinder, 620 Groß-Gelenklager und 14 Tonnen Spezialschmierfett zum Schmieren und Abdichten, die seit 25 Jahren problemlos ihre Funktion erfüllen. Das Sturmflutwehr der Superlative an der niederländischen Oosterschelde schützt die Menschen und das Land vor der Nordsee.

Oosterschelde - Klüber Lubrication

Dieses Bauwerk verlangte den Niederländern viel Mut ab, der sich inzwischen bezahlt gemacht hat. In enger Kooperation mit leistungsstarken europäischen Unternehmen entstand eine vorbildliche innovative Wehrlösung mit Langlebigkeitsgarantie - ganz anders als die ursprünglichen Pläne für einen das ökologische Gleichgewicht schädigenden Damm es vorsahen.

Die verheerende Sturmflut von 1953 war für die gesamte Nation ein traumatisches Erlebnis, das zum Handeln zwang. Ohne den Bau wären die Niederlande immer wieder in Gefahr gewesen, vom Wasser der Nordsee überrollt zu werden. Das hatte mit dem Wehr endlich ein Ende. Seither mussten die schweren Tore des Oosterschelde-Sturmflutwehrs etliche Male geschlossen werden, aber das technische Meisterwerk hielt immer problemlos stand. Zudem lässt sich die Technik auch einsetzen, wenn es einfach zu viel geregnet hat und es auf der Landseite zu Überschwemmungen kommt. Das Wasser kann dann dort problemlos abgepumpt werden. Und das ist noch lange nicht alles: Ein hochmodernes Bauwerk und ein neu entstandenes Naturschutzgebiet existieren in bester Symbiose. Der natürliche Wechsel von Ebbe und Flut garantiert den Muschel- und Austernzüchtern ihr Auskommen sowie den Surfern ein optimales Revier.

Der Erfolg von heute gibt den Entscheidern von damals Recht. Ein schöner Grund zum Feiern. Für die Deltawerke, die niederländische Reichswasserbehörde, den Wälzlagerhersteller SKF aus Schweden und den Schmierstoffproduzenten Klüber Lubrication aus Deutschland. Eine erfolgreiche Kooperation, die noch lange bestehen bleiben wird.

Klüber Lubrication lieferte damals den passenden Schmierstoff für die Wälzlager von SKF. Unzählige Tests und Untersuchungen verschiedener Schmierstoffe gingen der Entscheidung voran. Doch am Ende erzielte das Fett von Klüber Lubrication das beste Ergebnis. Und der Schmierstoff hält noch nach 25 Jahren, was er damals versprach: optimale Schmier- und Dichtfunktion für die Bauteile, die enormen Belastungen und aggressivem Salzwasser ausgesetzt sind. Dem Betreiber war die Entscheidung für den Klüber Spezialschmierstoff sozusagen Gold wert, denn im Lauf der letzten 25 Jahre musste der Schmierstoff weder ausgetauscht noch nachgeschmiert werden. „Man kann nicht einfach das alte Fett heraus- und das neue hineinpressen. Man hätte alles komplett auseinanderbauen müssen", erklärt Piet Maljaars von der zuständigen Reichswasserbehörde. „Die Kosten dafür wären immens."

Die Niederländer sind eben Meister des Wasserbaus. Die Not machte sie erfinderisch und erfolgreich. Und sie waren immer klug genug, sich nur bestes Know-how zu suchen - und schafften mit dem Oosterschelde-Sturmflutwehr eine echte europäische Meisterleistung.

Lesen Sie mehr in dem Interview:  Piet Maljaars, Koordinator Werkzeugbau der Rijkswaterstaat (Reichswasserbehörde), Erik-Jan Driessen von Klüber Lubrication sowie Ellis van den Hout von SKF Niederlande und Peter Schmehr von SKF Deutschland gaben spannende Einblicke in die Zusammenarbeit von damals, die gegenwärtige Funktionsweise des Sturmflutwehrs und Ausblicke für die Zukunft.